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PeerEnergyCloud bringt Energie aus der Wolke: Bürgermarktplatz für den Handel mit erneuerbaren Energien

Das vom BMWi geförderte Projekt, an dem auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist, stellt bahnbrechende Entwicklung von Cloud Enabled Smart Energy Micro Grids in Aussicht.

Das Partnerkonsortium PeerEnergyCloud, bestehend aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), AGT Germany, SEEBURGER AG und den Stadtwerken Saarlouis erforscht sichere, energiebezogene Peer-to-Peer Cloud-Dienste für den Energie-Marktplatz der Zukunft.

Für das Projekt, eines von zwölf Gewinnern des Technologie- und Förderwettbewerbes „Trusted Cloud“ des Bundeswirtschaftsministeriums, fiel auf der Kick-Off-Veranstaltung in Saarlouis am 19. Oktober der Startschuss. PeerEnergyCloud befasst sich mit der Entwicklung von Lösungen zur intelligenten Verteilung und Nutzung erneuerbarer Energien und ist für drei Jahre angesetzt (bis 2014).

In einer spezialisierten Cloud-Infrastruktur entsteht beispielhaft ein neuartiger Marktplatz zum An- und Verkauf von Energiekontingenten für Prosumer (Erzeuger und Verbraucher). Dabei geht es praktisch darum, den Stromverbrauch in privaten Haushalten mit der Erzeugung in den Kraftwerken in Balance zu bringen.

Ein Micro Grid bestehend aus etwa 100 Haushalten mit mehreren Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet von Saarlouis wird von den dortigen Stadtwerken aufgebaut und betreut. Die Wohneinheiten sind neben dem Stromnetz mit einem Glasfasernetz zur Datenübertragung miteinander verbunden. Zur Übertragung vertraulicher, sensitiver Daten innerhalb dieses Micro Grids steht eine gesonderte, gesicherte Glasfaserleitung zur Verfügung.

Die privaten Haushalte verbrauchen rund ein Drittel des Stroms, der von Kraftwerken produziert und über die Netze der rund 700 Stadtwerke geliefert wird. Der Verbraucher weiß, wann er waschen will, die Spülmaschine laufen soll, die Stadtwerke wissen es nicht – noch nicht. Aktuell ist der tatsächliche Strombedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Stromerzeuger nicht verbrauchergenau voraussagbar. Standardlastprofile sind ungenau, der Lastgang lässt sich kaum optimieren, der Netzausbau muss sich an Spitzenlasten orientieren, Backup-Kraftwerke sind betriebsnotwendig.

"Informations- und Kommunikationstechnologien spielen bei der PeerEnergyCloud eine zentrale Rolle. In unserem Projekt soll daher eine vertrauenswürdige Umgebung geschaffen werden, in der diese Herausforderung sicherer und zuverlässiger gemeistert wird", erklärt Professor Dr. Wilfried Juling, Chief Science & Information Officer (CSO/CIO) des KIT.


del, 24.10.2011