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Minireagenzgläser aus Wassertropfen

Eine Ausgründung des KIT entwickelt Labortechnik, welche die Suche nach Wirkstoffen einfacher und billiger machen soll. Auf einer Oberfläche ordnen sich Wassertropfen selbst an und machen so teure Pipettier-Roboter überflüssig.
Droplet-Microarray (Foto: KIT)
Auf einem DMA ordnen sich Flüssigkeiten selbständig zu kleinsten Tröpfchen. (Foto: KIT)

Wissenschaftler des KIT haben eine Labortechnik entwickelt, welche die Suche nach Wirkstoffen und das Untersuchen von Zellproben viel einfacher und bis zu hundertmal günstiger macht als bisher. Mit dem entwickelten Droplet-Microarray (DMA) können Hochdurchsatzscreenings, bei denen parallel tausende Proben getestet werden, ohne aufwendige und teure Robotik durchzuführen.

Der Chemiker Pavel Levkin vom Institut für Toxikologie und Genetik (ITG) hat dafür eine Oberfläche entwickelt, auf der sich wässrige Lösungen selbstständig zu tausenden separaten Tröpfchen anordnen. Auf diesem Droplet-Microarray (DMA) können biologische Gewebe- und Zellproben einem Wirkstoff-Screening unterzogen werden. Jeder einzelne Tropfen dient dabei als eine Art Reagenzglas für biologische Experimente. Pipettierroboter und Pipettenspritzen, bis dato unverzichtbar, sind überflüssig. Die Größe der zu untersuchenden Tröpfchen kann nach Wunsch zwischen drei und 250 Nanolitern variieren. Ein DMA verbraucht dadurch deutlich weniger teure Reagenzien. Im Gegensatz zur klassischen Pipettiertechnik ermöglicht das biologisch verträgliche Polymer auf dem DMA auch Experimente mit sehr wenigen lebenden Zellen. Dadurch sollen Screening-Ergebnisse zuverlässiger und die Entwicklung von Medikamenten preiswerter werden.

Um ihre Innovation zu vermarkten, haben die Forscher vor die Firma Aquarray zu gründen. Sie wollen damit biologischen Forschungslabors, diagnostischen Labors und auch Pharmaunternehmen Kostenerleichterungen bieten. Erste Prototypen werden bereits im Markt getestet.

Ausführliche Informationen in der Presseinformation 054/2017.



mex, 28.04.2017