Helmholtz-Ausbildungspreis für Lukas Geschwender

Erster Platz für Biologielaboranten des KIT – Reispflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Salz machen
Für seine Leistungen in der beruflichen Ausbildung erhält Lukas Geschwender den Helmholtz-Ausbildungspreis 2016 (Foto: Lydia Albrecht, KIT)
Preisverleihung in Berlin: Helmholtz-Präsident Prof. Otmar Wiestler mit Lukas Geschwender (Foto: Ernst Fesseler)

Lukas Geschwender vom KIT hat den Helmholtz-Ausbildungspreis 2016 gewonnen. Die Helmholtz-Gemeinschaft belohnte den 21-Jährigen für seine herausragenden Leistungen mit dem ersten Platz und einem Preisgeld von 1000 Euro. Die Preisverleihung fand am 7. April in Berlin statt.

Am Institut für Molekulare Zellbiologie arbeitete Geschwender an einem Forschungsprojekt mit und fand im Experiment genetische Faktoren, die Reis widerstandsfähiger gegen Salzstress machen. Seit Abschluss seiner Berufsausbildung als Biologielaborant studiert er Angewandte Biologie am KIT.

„Die berufliche Ausbildung ist, ebenso wie die Ausbildung unserer Studierenden, ein zentrales Anliegen des KIT. Mit rund 470 Auszubildenden gehört das KIT zu den größten Ausbildungsunternehmen in der Region“, sagt die Vizepräsidentin des KIT für Personal und Recht, Dr. Elke Luise Barnstedt. „Dass Auszubildende eine wesentliche Rolle bei Forschungsaufgaben spielen, diese selbst mitgestalten können und so eine hervorragende Ausbildung erhalten, zeigt die Auszeichnung von Lukas Geschwender mit dem Helmholtz-Ausbildungspreis. Darüber freue ich mich sehr und gratuliere ihm und seinen Ausbildern ganz herzlich.“

Reis zählt zu den wichtigsten Nahrungsquellen weltweit. Unter Salzstress können die Pflanzen beispielsweise bei einer Überflutung der Felder mit Meerwasser geraten. Während seiner Ausbildung forschte Lukas Geschwender gemeinsam mit einem Doktoranden des KIT am International Rice Research Institut (IRRI) auf den Philippinen. Dabei ging es darum, Reispflanzen resistenter gegen Trockenheit und Salz zu machen. In Experimenten fand der Biologielaborant mehrere genetische Faktoren, die das ermöglichen. Die Ergebnisse könnten bei der Reis-Züchtung künftig dabei helfen, die Pflanzen besser gegen Umwelteinflüsse zu schützen.

In diesem Projekt hat das Team des KIT Reismutanten – also Variationen der Pflanze mit verändertem Erbgut, die gegen Dürre und Bodenversalzung toleranter sind – isoliert und analysiert und deren Proteinspektrum mit dem Wildtyp verglichen. Für ihre Forschung nutzen die Wissenschaftler eine Methode namens „Smart Breeding“, bei der sich schon am Keimling erkennen lässt, ob eine Kreuzung geglückt ist.

Bei Geschwenders Arbeit kam es unter anderem darauf an, für die Analyse der Stempel und Staubblätter den genauen Zeitpunkt kurz vor der Blüte zu wählen. Dieses kleine Zeitfenster verlangte einen strikten Zeitplan: Damit die Untersuchungen aussagekräftig sind, brauchten die Forscher innerhalb weniger Tage eine ausreichende Menge an Proben. Geschwender musste dabei den Entwicklungszustand der Versuchspflanzen berücksichtigen, die abhängig von Luftfeuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung unterschiedlich schnell wuchsen. Als Laborant unterstützte er die Wissenschaftler: sterilisierte das Saatgut und ließ es im Gewächshaus vorkeimen, versorgte die Pflanzen mit Wasser und Dünger. Gleichzeitig hatte er auch Gelegenheit, selbstständig zu forschen, und lieferte dabei Ergebnisse, auf die die ganze Forschungsgruppe aufbauen kann.

Zum Helmholtz-Ausbildungspreis.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung 054/2016.


le, 11.04.2016