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Wasserqualität in China: Hilfe für den Tai-See

„SIGN – Sauberes Wasser von der Quelle bis zum Verbraucher": Wissenschaftler des KIT beteiligen sich am chinesisch-deutschen Verbundprojekt .
Wasserqualität in China: Hilfe für den Tai-See
Professor Stefan Norra (links) und Andreas Holbach messen chemisch-physikalische Gewässerparameter mit dem Sensorsystem BIOFISH. (Foto: Andreas Holbach, KIT)

Im Verbundprojekt „SIGN – Sauberes Wasser von der Quelle bis zum Verbraucher“ kämpfen chinesische und deutsche Partner für eine bessere Wasserqualität im Tai-See. Der See versorgt Millionen Menschen mit Trinkwasser, ist jedoch stark mit organischen Schadstoffen, Nährstoffen und Schwermetallen belastet. Die Arbeitsgruppe Umweltmineralogie und Umweltsystemanalyse des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickelt für SIGN neue Monitoring-Technologien.

Schlechte Wasserqualität führt zu Versorgungsschwierigkeiten in Millionenstadt

Der Tai-See, mit 2 250 Quadratkilometern der drittgrößte Süßwassersee Chinas, dient als Trinkwasserquelle für rund zehn Millionen Menschen. Die schlechte Rohwasserqualität führte in den vergangenen Jahren wiederholt zu Versorgungsschwierigkeiten. 2007 kam es zu einem Blaualgenausbruch, der durchschnittlich nur zwei Meter tiefe Tai-See kippte um, und die Wasserversorgung der Millionenstadt Wuxi war tagelang unterbrochen. Ähnliche Probleme treten in anderen Regionen Chinas auf. Daher weist das Projekt SIGN (Sino-German Water Supply Network) Modellcharakter auf.

Die Arbeitsgruppe Umweltmineralogie und Umweltsystemanalyse des KIT unter der Leitung von Professor Stefan Norra hat innerhalb von SIGN das Teilprojekt DYNAQUA (Dynamik der Qualität des Wassers) übernommen. Dabei entwickeln, bewerten und nutzen die Forscher neue Monitoring-Technologien, um räumliche und zeitliche Veränderungen der Wasserqualität zu untersuchen.

Teilprojekt DYNAQUA: Wissenschaftler des KIT mit chinesischem Forschungsschiff unterwegs

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe reisten unlängst nach China in die Region am Tai-See, um Messungen durchzuführen sowie Proben aus dem See selbst und aus Renaturierungszonen im Uferbereich zu nehmen. Vier Tage war die Gruppe, in der mehrere deutsche und chinesische Projektpartner vertreten waren, mit einem Forschungsschiff des Nanjing Institute of Geography and Limnology (NIGLAS) der Chinese Academy of Sciences (CAS) auf dem nördlichen Tai-See unterwegs.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt drei Millionen Euro geförderte Verbundprojekt SIGN startete im April 2015 und ist auf drei Jahre angelegt. Beteiligt sind 15 deutsche Partner aus Forschung und Industrie, unter ihnen das KIT, sowie zehn chinesische Wissenschaftseinrichtungen, Behörden und Wasserwerke. Die Koordination des Gesamtvorhabens erfolgt durch Professor Andreas Tiehm und Dr. Kathrin Schmidt am  DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe.


Ausführliche Informationen in der Pressemitteilung des KIT


or, 21.12.2015