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Cothenius-Medaille für Herbert Gleiter

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zeichnet Professor Herbert Gleiter mit der Cothenius-Medaille für sein wissenschaftliches Lebenswerk aus.
Die Auszeichnung wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am Freitag, 18. September 2015, in Halle (Saale) verliehen.

Prof. Dr. Herbert Gleiter ist ein renommierter Materialwissenschaftler und gilt er als einer der Begründer der modernen Nanotechnologie. Die Forschungsgruppe um Herbert Gleiter eröffnete Ende der 1970er-Jahre mit der Entwicklung „Nanokristalliner Materialien“ den Weg zu einem neuen Gebiet der Materialwissenschaften. In jüngerer Zeit wurde dieses Gebiet von Herbert Gleiter auf nanoskalige Materialien mit nichtkristalliner Struktur, heute als Nanogläser bezeichnet, erweitert. Gleiters aktuelle Arbeiten konzentrieren sich – zusätzlich zu den Nanoglasuntersuchungen – auf die Anwendung der Nanotechnologie, um die Grenzen der Quantenphysik in Systemen makroskopischer Größe zu erforschen.

1994 wurde Herbert Gleiter in den Vorstand des damaligen Forschungszentrums Karlsruhe, heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT), berufen und gründete dort 1998 das Institut für Nanotechnologie (INT), dem er bis heute als wissenschaftliches Mitglied angehört. Seit 2012 ist er außerdem als Direktor und Professor an dem nach ihm benannten Herbert Gleiter Institute of Nanoscience and Nanotechnology in Nanking (China) tätig.

Neben Herbert Gleiter wird Professor Ludwig Lange am 18. September die Cothenius-Medaille erhalten. Lange gilt als einer der Begründer der modernen Ökophysiologie, einer Fachrichtung der Biologie, die eine Brücke zwischen den klassischen Feldern der Pflanzenökologie und der Pflanzenphysiologie schlägt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 lehrte Lange am Lehrstuhl für Botanik an der Universität Würzburg.

Die Cothenius-Medaille wurde im Jahr 1792 zum ersten Mal verliehen. Anfänglich wurden die Preisträger für die Bearbeitung medizinischer Forschungsfragen ausgezeichnet. Seit 1954 vergibt die Leopoldina die Cothenius-Medaillen für das herausragende wissenschaftliche Lebenswerk der Geehrten. Zu den Trägern gehört unter anderem Konrad Zuse (1985), der Entwickler des ersten Computers.


sps, 07.09.2015