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Wahltheorie: Repräsentiert die Bundestagswahl Volkes Stimme?

KIT-Forscher Andranik Tangian verglich die Parteiprogramme, die Statistik des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung und Meinungsumfragen mit den Wahlergebnissen.

Die politische Position eines Wählers wird oft besser durch eine der Parteien repräsentiert, die er nicht gewählt hat. Dies ergab eine Analyse der Bundestagswahl 2013 von Andranik Tangian, außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie des KIT. Wähler richten sich weniger nach ihrer politischen Meinung, sondern mehr nach langfristigen politischen Bindungen.

Die Kluft zwischen Wählerwillen und den Parteiprogrammen ließe sich eventuell mit mehr direkter Demokratie schließen, etwa Volksentscheiden zu Sachthemen. „Vielleicht ließe sich auch das Wahlverfahren um eine dritte Stimme erweitern“, meint Tangian, der auch am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung arbeitet. Neben der Erststimme für den Kandidaten und der Zweitstimme für die Partei wäre eine Drittstimme denkbar, die das politische Profil des Wählers abbildet. „Durch die sich ergebende hypothetische Umverteilung der Bundestages steigert sich die Repräsentation des Wählerwillens deutlich.“ Die aktuelle neue Studie basiert auf dem KIT-Kurs "Mathematische Theorie der Demokratie" sowie dem gleichnamigen Buch.


kes, 23.01.2014