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DFG richtet zehn neue Graduiertenkollegs ein

Hohe Zahl an Förderanträgen zeigt großes Interesse der Hochschulen an strukturierter Doktorandenausbildung. KIT wird Sprechereinrichtung eines Graduiertenkollegs.

Zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn neue Graduiertenkollegs (GRK) ein. Dies wurde vom zuständigen Bewilligungsausschuss der DFG in Bonn beschlossen. Auch die neuen Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist Sprechereinrichtung des GRK 1694 „Elementarteilchenphysik bei höchster Energie und höchster Präzision“, das im Bereich der experimentellen und theoretischen Teilchenphysik forscht. Sprecher ist Professor Dieter Zeppenfeld vom Institut für Theoretische Physik. [Graduiertenkollegs und -schulen am KIT]

Das Forschungsprofil dieses GRK orientiert sich an den neuesten Entwicklungen in diesem Bereich der Physik. Geplant sind Experimente am Large Hadron Collider (LHC), der seit März 2010 höchste Energien erschließt, sowie an weiteren internationalen Großexperimenten. Damit soll physikalisches Neuland betreten werden: Am LHC wird nach neuen Teilchen wie dem Higgs-Boson und möglichen supersymmetrischen Teilchen geforscht; darüber hinaus stehen im GRK seltene B-Zerfälle oder die absolute Bestimmung der Neutrino-Masse im Fokus. Weitere wichtige Aspekte sind die Entwicklung von verbesserten Analysemethoden und Detektoren im Bereich der LHC- und der Flavourphysik.

Die neuen Promotionsprogramme werden in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren von der DFG mit einer Summe von insgesamt knapp 30 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich zu den zehn Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss der Verlängerung von 25 Graduiertenkollegs für eine weitere Periode zu. Die DFG finanziert zurzeit 215 Graduiertenkollegs, davon 54 Internationale Kollegs, in denen die Geförderten eng mit ausländischen Universitäten kooperieren.

Der Bewilligungsausschuss hatte auf seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr über besonders zahlreiche Förderanträge zu entscheiden. Insgesamt lagen nach den vorangegangenen Begutachtungen 15 Anträge auf Einrichtung neuer Graduiertenkollegs und 33 Anträge zur Fortsetzung laufender Kollegs vor.

„Dies zeigt, wie außerordentlich hoch das Interesse der Hochschulen an den Graduiertenkollegs und wie erfolgreich dieses Modell der strukturierten Doktorandenausbildung ist, das in diesem Jahr ja seinen 20. Geburtstag feiert“, unterstrich DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner nach Abschluss der Sitzung.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei der DFG ein „zentrales Anliegen“, gerade für das kommende Jahr habe sie deshalb die Mittel für die Graduiertenkollegs aus den Geldern des vom Bund und von den Ländern getragenen Paktes für Forschung und Innovation noch einmal erhöht.

„Angesichts der besonders hohen Zahl an Einrichtungs- und Fortsetzungsanträgen mussten wir dieses Mal im Hinblick auf die wissenschaftliche Qualität und die Fördersummen gleichwohl noch strengere Maßstäbe anlegen als sonst“, so Kleiner.


del, 3.12.2010